PlayStation 4 Pro

Wer kennt sie nicht? – Die PlayStation. Angefangen hat alles mit Nintendo, als diese Sony beauftragt haben, für ihre SNES ein CD Laufwerk zu entwickeln. Doch dann entschied sich Nintendo für Philips, was aber dann ebenfalls scheiterte. Sony legte die Pläne nicht auf Eis und arbeitete an dem Projekt PlayStation – die Tochtergesellschaft Sony Computer Entertainment wurde gegründet.

Die erste PlayStation kam Dezember 1994 in Japan auf den Markt und erreichte September 1995 Europa. Mit über 104 Millionen verkauften Exemplaren stürzte Sony im Bereich Heimkonsolen den einstigen Marktführer Nintendo vom Thron.
Die PlayStation wurde nur von seinem eigenen Nachfolger, der PlayStation 2 übertroffen. Erstmals in Europa erschien die PlayStation 2 im November 2000 und es wurden rund 117 Millionen Exemplare verkauft.
Nach sechs Jahren folgte dann der „dritte Streich“. Mit 86 Millionen verkauften Konsolen musste sich die PS3 gegenüber der Konkurrenz Nintendo Wii und Xbox 360 dennoch geschlagen geben, war aber auch die erste Sony-Konsole die neben CDs, DVDs auch Blu-ray-Discs abspielen konnte. Sony legte aber auch beim Zubehör nach – eine Bluetooth Fernbedienung und Mikrofone für Sing Star kamen noch hinzu.
Februar 2013 wurde die PlayStation 4 angekündigt und die Markteinführung in Europa begann im November. Mit weltweit über 50 Millionen verkauften Exemplaren gilt sie derzeit als die Spielekonsole mit der größten Anwenderbasis. Die PlayStation 4 ist aktuell die kommerziell mit Abstand erfolgreichste Konsole der 8. Generation.
Am 15. September 2016 wurde die PlayStation 4 Slim in Europa mit der Modellbezeichnung CUH-2000 eingeführt. Geändert haben sich neben den Abmessungen (wurde deutlich kleiner gehalten und leichter) die Unterstützung des 5-GHz-WLAN-Bandes und HDR Unterstützung. Weggefallen sind der Toslink SPDIF-Audio-Ausgang und die lange LED-Leuchtleiste.

Die getestete PlayStation 4 Pro ist nun die aktuellste und stärkste Generation der PlayStation 4 – Reihe. Der Verkaufsstart in Europa war am 10.November.2016.

PUNKT 1

bestehend aus „Verpackung/Design/Verarbeitung“ entspricht 25% der Gesamtwertung

Verpackung

Sony weiß, wie man Kunden im Supermarkt mit der Verpackung anlocken kann. Eine sehr ansehnliche Verpackung, wenn auch nur einfach gestaltet.

Auf der vorderen Seite wird die PS4 Pro und der neue, überarbeitete Controller auf blauem Hintergrund präsentiert, allerdings mit dem vertikalen Standfuß. Es wird aber darauf hingewiesen, dass dieser nur separat erhältlich ist und im Lieferumfang nicht enthalten ist. Ein großer Schriftzug „PS4 PRO“ verdeutlicht die Pro-Version. Auf der rechten Seite der Verpackung sind nummerierte Abbildungen vom Lieferumfang vorhanden, sowie kurze Beschreibungen dazu. Die Rückseite präsentiert einige Spiele mit Bildern, die bereits für die Leistung der Pro optimiert sind. Call of Duty: Infinite Warfare wird sehr präsent beworben und bedeckt fast die Hälfte der Verpackung.

(Verpackung: 5 von 5 Punkten)

Design

Gegenüber dem Vorgänger hat Sony einen draufgelegt – statt Double-Decker kommt die PS4 Pro nun als Triple-Decker. Dementsprechend hat sich nicht nur die Größe, sondern auch das Gewicht gegenüber der Regulären, wie auch der Slim zugenommen. Kleine Designfeinheiten wie bei der PS4 Slim wurden übernommen, welche einem nicht gleich ins Auge stehen.

Die Kreuzschraube, mit der die 1 Terabyte Festplatte fixiert wird, hat die vier bekannten Symbole (Aktionstasten) eingraviert. Ebenso befinden sich Eingravierungen auf der rechten Seite, zwischen der oberen und mittleren Schicht. Dieses Mal kommt die PS4 in mattschwarzem Chassis, bei der regulären PS4 musste man sich mit dem Klavierlack ärgern (Fingerabdrücke) oder erfreuen. Die LED-Leiste ist zwischen der ersten und mittleren „Etage“ angebracht und lässt die Pro edler aussehen. Eine kleine Kritik möchte ich aber dennoch äußern – das PlayStation Logo auf dem Gehäuse ist um 90° nach links gedreht (von vorne aus gesehen). – mit einem Standfuß passt die Sache zwar wieder, ist aber separat zu erwerben.

(Design: 5 von 5 Punkten)

Verarbeitung

Wie nicht anders von Sony zu erwarten, gibt es an der Verarbeitung nichts auszusetzen. Das Gehäuse, sowie die Eingravierungen weisen keine Mängel auf. An der unteren Seite wurden acht Gummifüßchen angebracht, die zugleich die Form der vier Symbolen von den Aktionstasten haben. Ein nicht relevantes, aber nettes Detail.

Die große Anzahl an Gummifüßen machen die PS4 Pro nicht nur Rutschfest, sondern nehmen auch Vibrationen sehr gut auf und reduzieren den Lärm dadurch enorm. Powerbutton und die Taste für das Laufwerk sind in der LED-Leiste „integriert“. Die physischen Tasten gefallen mir zwar besser wie die Softtouch-Tasten (normale PS4), sind aber durch die lange und dünne Form der Leiste nicht optimal zu drücken. Im Normalfall sollte man diese Tasten auch nur selten in Gebrauch nehmen.

(Verarbeitung: 4 von 5 Punkten)

PUNKT 2

bestehend aus „Funktion des Produktes“ entspricht 65% der Gesamtwertung

Performance

Die PS4 Pro ist mit 4,2 Teraflops mehr als doppelt so schnell wie die normale PS4 mit 1,84 Teraflops, was aber bei den meisten Spielen nichts bringt. Genügend Power hat die Pro dennoch nicht, um alle aktuelle Spiele in einer nativen 2160p- Auflösung darzustellen.
Die AMD Jaguar CPU mit acht Kerne wurde beibehalten, dieses Mal aber mit einer höheren Takt 2,1 GHz. Ebenfalls sind 8 Gigabyte DDR5 verbaut und laufen mit einer Bandbreite von 218 Gigabyte pro Sekunde nun effizienter. Für die Ausgabe des PS 4 XMB Menü und andere Anwendungen wie Netflix oder Amazon Prime dient ein langsameres aber zusätzlich verbautes 1 GByte DDR3 Speicher.

Wie man sich es erahnen konnte, verbraucht die Pro im Durchschritt mit 150 Watt ungefähr gleich viel Energie wie die normale PS4. Klarerweise auch deutlich mehr als die Slim bei einem Durchschnitt von ca. 90 Watt. Flüsterleise ist auch die PlayStation 4 Pro nicht – der Lüfter dreht sich nicht Konstant, sondern wechselt zwischen langsamen und schnellem drehen, was bei ruhigeren Szenen etwas störend werden kann.

(Performance: 4,5 von 5 Punkten)

Grafik

Das Highlight der Pro ist natürlich ihre 4K-Fähigkeit. Es können Spiele mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten dargestellt werden. Bei der normalen PS4 waren es 1920 x 1080. Die entsprechende Einstellung wird 2160p genannt, um Anwender mit den Begrifflichkeiten UHD und 4K nicht zu verwirren. Es können zwei Farbprofile ausgewählt werden, RGB (für 4K TVs ohne HDR) und YUV420 (für 4K TVs mit HDR).
Besitzt man also einen UHD-TV ohne HDR, der aber HDMI Deep Color und RGB (4:4:4) unterstützt, ist die RGB Einstellung zu empfehlen. Bei einem UHD-TV mit HDR wählt man am besten die Einstellung Automatisch. Für Nicht-HDR-Spiele wird die RGB Einstellung aktiviert, wechselt aber zu YUV420, wenn das Spiel HDR unterstützt. Momentan gibt es nicht viele Pro optimierte Spiele, aber generell sieht ein Pro-Spiel auf der PS4 Pro immer besser aus, als auf der normalen PS4. Oft sind die Unterschiede aber nur moderat und fallen am meisten bei bewegten Szenen aus. Uncharted 4 sieht schon bei der regulären PS4 richtig gut aus. Hier sind die Unterschiede zum Beispiel gering, bei Bewegung aber doch bemerkbar. Bei Call of Duty: Infinity Warfare, Titanfall 2 oder Watchdogs 2 kann der Pro-Vorteil durchaus gut sichtbar sein. Höhere Schärfen lassen die Games knackiger und sauberer aussehen. Mehr Schärfe gilt aber allgemein für Pro optimierte Spiele. Upscaling Probleme wie leuchtende, schwarze Kanten sind im Vergleich weniger, wie auch die Treppenbildung bei Kanten.
Wie bereits erwähnt, unterstützt die PS4 Pro auch HDR. Der HDR-Modus prügelt die Helligkeits-, Kontrast- und Farbsättigungseinstellungen des TVs nach oben und der Unterschied gegenüber SDR-Games kann sehr deutlich ausfallen. (Grafik: 4,5 von 5 Punkten)

Ausstattung

Zeitgleich mit der PS4 Pro führte Sony auch den überarbeiteten Controller ein. Geändert haben sich kleinere Designdetails und Detailverbesserungen. Tasten, Abzüge und die Sticks kommen nun dunkelgrau daher. Am oberen Rand des Touchpads scheint die LED-Leuchte durch, allerdings nur sehr schmal. So erfahrt jeder, welcher Controller ihm zugewiesen wurde. Ebenfalls hat man Informationen bezüglich Lebensenergie besser im Auge. Die neuen Peripheriegeräte lassen sich nun per USB-Kabel direkt mit der Konsole verbinden, welche bei den alten bislang nur für das Aufladen von Akkus notwendig war. Touchpad und die Bedientasten liefen trotzdem über Bluetooth.

Bei Games, die besonders hohe Präzision erfordern, ist das eine willkommene Funktion. Akkutechnisch hat sich nichts geändert und ist weiterhin eine 1000 mAh eingebaut. Im Lieferumfang enthalten sind: Ein HDMI 2.0a Kabel für die Wiedergabe von UHD-HDR-Daten, Mini-In-Ear Mono Kopfhörer (die PlayStation 4 In-Ear Stereo Headset wäre um Welten besser, bin absolut kein Fan von den beigelegten Kopfhörern) und ein Micro-USB Kabel um den Controller aufzuladen oder zu verbinden. Besonders gut gefällt die 5GHz W-Lan Unterstützung. Dadurch ist man nicht nur schneller unterwegs, sondern soll man auch zugleich eine stabilere Verbindung haben, so Sony.

Anschlüsse

Auf der Frontseite befinden sich zwei USB 3.0 Anschlüsse und eine weitere auf der Rückseite, welche aber für PlayStation VR gedacht ist.

HDMI, Ethernet sowie AUX-Anschluss sind ebenso auf der Rückseite vorhanden. Der Optical Out, das bei der normalen PS 4 dabei war und bei der Slim weggespart wurde, ist auch wieder mit an Bord.

(Ausstattung: 4 von 5 Punkten)

PUNKT 3

bestehend aus „Beschreibung und Preis-/Leistung“ entspricht 10% der Gesamtwertung

Online-Beschreibung

Sony wirbt mit großartigem 4K Erlebnis, sowohl in Games, als auch bei Filmen oder Serien – und das zurecht – nur schade, dass man hierfür bei anderen Anbietern wie Netflix und Co streamen muss. Eines muss man aber Sony lassen, es ist aktuell wirklich die leistungsstärkste Konsole der Welt und Grafiktechnisch sehen die Spiele auch bei Nicht-UHD TVs besser aus, wenn auch nur moderat.

Preis-Leistung

Mit der PS4 Pro bekommen Sie nicht nur eine flotte Konsole – sie bietet ebenso aktuell die höchste Spielauflösung. Im Vergleich zur normalen PS4 bringt die Pro zwar doppelt soviel Rechenleistung, was aber momentan auch sehr enttäuschend sein kann, da nur für die Pro optimierte Spiele davon profitieren. Spiele wie Call of Duty, Titanfall 2 und Co. sind mit der PlayStation 4 Pro deutlich detailreicher. Diejenigen, die bereits im Besitz eines entsprechenden 4K TVs sind und noch keine PlayStation besitzen, denen sei die Pro definitiv ans Herz gelegt. Die UVP von 399€ sind hier durchaus angemessen für die Rechen- und Grafikleistung für eine Konsole. Im Vergleich mit der normalen PS 4 bekommt man zwar kein „Wow Effekt“, aber die Unterschiede sind bemerkbar.


Somit ergibt sich unter Berücksichtigung aller Teilwertungen folgende testr – Bewertung:

Wir bedanken uns beim Hersteller für die Bereitstellung des Produktes. Zu unseren Grundsätzen.

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